Für eine 'Schule der Zukunft' statt ein Gymnasium in Bemerode

  • Veröffentlicht am: 19. Juni 2018 - 14:54
Bild: Pixabay CC0 public domain

Zu Beginn des Jahres hat Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski bei einer Einwohner*innen-Infoveranstaltung im Stadtteilzentrum KroKuS unter anderem Pläne für eine "weiterführende Schule" auf dem Schützenplatz in Bemerode vorgestellt. Von einem 18. Gymnasium für Hannovers Südosten war und ist die Rede, dies wäre für die IGS Kronsberg und ihre gymnasialen Oberstufe ein existentielles Problem. - Ein Gymnasium? Nicht mit uns. Wir wollen 'Schulen der Zukunft'.

 

Aus der Pressemitteilung des Stadtverbandes:

Auf ihrer Mitgliederversammlung am 12. Juni 2018 zur „Schulpolitik in der Landeshauptstadt“ übten die GRÜNEN deutliche Kritik an der Stadtverwaltung, die derzeit ein achtzehntes Gymnasium plant. In ihrem inhaltlichen Vorstoß sieht die Partei auch einen bewussten Kontrast zu den aktuellen Personalquerelen im Rathaus, die auf der Versammlung ebenfalls Thema wurden.

In seinen Leitantrag fordert der Vorstand, die Landeshauptstadt müsse aktiv dafür Verantwortung übernehmen, in Hannover „pädagogisch zukunftsweisende Schulen“ zu errichten. „Solche Schulen stärken die Neugier und Lernfreude der Kinder […], sie kommen ohne Sitzenbleiben und zwangsweise Abschulung aus“, heißt es dort weiter. Diese Pädagogik werde bereits heute an vielen integrierten Gesamtschulen gelebt.

Gisela Witte, Vorsitzende des Stadtverbands, begründete den Antrag: „Es ist heute zu wenig, ein weiteres Gymnasium ‚von der Stange‘ zu bauen, nur weil die Zahl der Gymnasialanmeldungen hoch ist.“ Pro Jahr würden rund 150 Schüler*innen zwangsweise von Gymnasien abgeschult - also an eine andere Schulform versetzt. Allein im Jahr 2017 seien 132 Schüler*innen nach der fünften Gymnasialklasse sitzen geblieben. Da relativiere sich die hohe Nachfrage recht schnell. Witte: „Für die Kinder sind das einschneidende Erfahrungen des Scheiterns, die oft den ganzen Lebensweg negativ beeinflussen. Wir brauchen mehr Schulen, die Kinder mit unterschiedlichen Voraussetzungen dabei helfen, ihr Potenzial bestmöglich zu entwickeln.“

Als kurzfristige Maßnahme wollen die GRÜNEN zusätzliche Gesamtschulplätze dort einrichten, wo bestehende Gesamtschulen besonders stark angewählt werden - etwa an der IGS List, wo 2018 von 246 angemeldeten Schüler*innen nur 110 aufgenommen werden konnten. Mittelfristig soll eine stadtweite Elternbefragung die bisherige Schulentwicklungsplanung ergänzen und den „Elternwillen unabhängig vom bereits bestehenden Schulangebot“ sichtbar machen. Die bloßen Anmeldezahlen hätten sich bereits in der Vergangenheit als sehr unzuverlässige Kennzahl für die Nachfrage nach Schulformen erwiesen. Bei Bau und Einrichtung solle in Zukunft das jeweilige pädagogische Profil der Schule statt eines standardisierten Raumkonzeptes leitend sein.

Die Presse zur Schulplanung in Bemerode: