Angebot 'Kronsberg Life Tower' am Standort erhalten

  • Veröffentlicht am: 2. April 2018 - 19:29
Der prämierte Lerngarten im Projekt 'Kronsberg Life Tower'. ( Foto: KLT/Privat)

Text aktualisiert: Juni 2018

Im Januar 2018 haben Stadtplaner*innen der Landeshauptstadt Hannover im Stadtteilzentrum KroKuS ihre Ideen für das Gebiet "Bemerode-Ost" rund um die sogenannte Blaue Schule und die Bezirkssportanlage in Bemerode vorgestellt. In diesem Bereich sollen - so die Vorstellungen der Verwaltung - eine Kita, eine neue Grundschule und diverse neue Sportanlagen gebaut werden. Die Sportanlage des TSV Bemerode soll bis 2020 durch einen Kunstrasenplatz und ein Beachvolleyballfeld erweitert werden.

In Bemerode gibt es derzeit zu wenig Sportflächen, der TSV Bemerode braucht zusätzliche Anlagen. Soweit stimmt auch die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen im Stadtbezirksrat zu.

Aber wir sehen unter anderem folgendes Problem: Nichts Konkretes wurde bisher darüber gesagt, was in Zukunft aus dem Projekt "Kronsberg Life Tower" werden soll, dessen jetzige, von der LHH gepachtete, Fläche dann zu Sportplätzen werden soll. Anders als der Schützenverein Bemerode, der bisher gar nicht auf dem fraglichen Gelände untergebracht ist, wird der Verein Kronsberg Life Tower in den Plänen der Verwaltung nicht berücksichtigt. Bis zu 100 Kinder und Jugendliche aus dem Stadtteil, an Spitzentagen sogar mehr, nutzen in den warmen Monaten die Kletter-, Garten-, Beachvolleyball- und Stockbrotaktionen des Vereins.

 

Wir setzen uns dafür ein, dass dieses vorbildliche und erfolgreiche Projekt an seinem jetztigen Standort bleiben und dort weiterarbeiten kann. Einen entsprechenden Antrag haben wir in der April-Sitzung des Stadtbezirksrates gestellt. Wir wollen, dass die Stadtplaner*innen für das Gebiet noch einmal anders nachdenken - mit dem Ziel, das offenen Angebot des Vereins Kronsberg Life Tower am bewährten Standort zu erhalten und dem TSV Bemerode dennoch die dringend benötigten neue Plätze zu ermöglichen.  Die CDU hatte diesen Antrag in die Fraktion gezogen, so dass erst in der Bezirksratssitzung im Juni darüber abgestimmt werden konnte. Anders als gehofft, stimmten alle andere Fraktionen bis auf den Einzelvertreter Maximillian Wahl von der Linken dann im Juni gegen diesen Antrag - obwohl bis dahin alle die Arbeit des Vereins gelobt hatten. Plötzlich hieß es, diese Puzzleteil sei "vielleicht nicht das Wichtigste" (Norman Ranke, FDP) Offenbar können sich die Bezirksratspolitiker*innen von SPD, CDU und FDP nicht vorstellen, dass es gelingen kann, allen Interessen gerecht zu werden.

Wir GRÜNEN sind dagegen weiterhin überzeugt, dass es möglich ist - zum Beispiel wenn eine sechste Grundschule an einer Stelle gebaut würde, wo sie wirklich gebraucht wird - nämlich in Kirchrode und nicht auch noch in Bemerode, wo es bereits vier Grundschulen gibt bzw. geben soll. Das würde unter anderem viele Elterntaxis im Stadtbezirk verhindern. Also haben wir auch hier einen Antrag gestellt, der mit einer Konkretisierung durch die SPD dann als interfraktioneller Änderungsantrag eingebracht und im Bezirksrat einstimmig angenommen wurde.  ( siehe https://ki-be-wue.gruene-hannover.de/gruene-seiten/weitere-standorte-fur-eine-sechste-grundschule-prufen )

Anfragen die CDU und der Einzelvertreter von der Linken zur Stadtbezirksratssitzung schon im April fristgerecht an die Verwaltung gestellt hatten, wurden leider damals nicht fristgerecht zur Sitzung beantwortet, sondern später von ihr nachgereicht - leider völlig unzureichende Antworten. Mitglieder des Bezirksrates haben dies deutlich kritisiert, denn die Antworten zu Kosten(übernahme) der Umsiedlung und alternative Vorschläge sind für die Entscheidung grundlegend.

Müter und Kinder vor der Hütte des Kronsberg Live TowerRund um den Kronsberg Life Tower hat sich über die Jahre hinweg ein Naturareal mit hoher biologischer Vielfalt entwickelt, das auch zu Umweltbildung genutzt wird. Ein Dutzend Obstbäume beginnt dort gerade nennenswert Früchte zur tragen. Auf dem Gelände leben unter anderem Igel, Erdkröte, Maus, Fledermaus, Feldhase, Specht, Ente, diverse Insekten, besonders Bienen, diverse Vögel.

Kinder vom Kronsberg, deren Familien überwiegend selbst keine Gärten haben, pflegen unter Anleitung den Garten auf dem Gelände. Sie lernen hier das Säen, Gießen, Unkraut jäten, Bodenpflege und Pflanzenkunde, sie düngen und ernten. 2012 hat dieser Garten den 1. Preis beim Gartenwettbewerb „Gartenlust“ der Stadt Hannover in der Kategorie Soziale Einrichtungen gewonnen. Es wäre pädagogisch kontraproduktiv, diesen von den Kindern angelegten und gepflegten Garten nun zu vernichten.

Angesichts der einstigen Errichtungskosten von mehr als 70.000 Euro, die der Verein dem Bezirksrat aufgrund von Zweifeln daran inzwischen nachgewiesen hat, wäre es eine üble Geldvernichtung, den Turm jetzt ab- und irgendwo ein Stückchen weiter wieder aufzubauen. Das zum Kletterturm umfunktionierte Kunstwerk ist inzwischen zu einem Wahrzeichen des Stadtteils geworden. Es wird von einem großen Betonfundament im Erdreich getragen, die Verankerungen sind geschweißt und fest einbetoniert. Auch das Betonfundament müsste bei einer Verlegung gründlich entfernt werden - ein nicht zu rechtfertigender Aufwand, der durch eine andere, bessere Planung jetzt noch leicht zu verhindern ist.

Annette Volland

 

Mehr zum Kronsberg Life Tower hier: