Neue Straße in Wülferode wird Sabine-Gerke-Weg

  • Veröffentlicht am: 9. Februar 2017 - 16:24
Leeres Straßenschild
Foto: AV

In Wülferode wird ein kleines neues Wohngebiet entstehen - und damit auch eine neue Straße. Eine wunderbare Gelegenheit, hier an die 2012 verstorbene Künstlerin und Illustratorin Sabine Gerke zu erinnern, die in Wülferode gelebt und gearbeitet hat, findet die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen im Stadtbezirksrat. Und hat diese Idee den anderen Parteien in KiBeWü vorgeschlagen. Die SPD regte an, dafür zwei kleine Straßen zusammenzulegen. Mit den Stimmen der Linken, der FDP, der Grünen und der SPD hat der Bezirksrat nun am 8. Februar 2017 beschlossen, dass es in Wülferode künftig einen Sabine-Gerke-Weg geben wird.

Die Wülferoder Künstlerin Sabine GerkeSabine Gerke ist 1949 in Hannover geboren und im Dezember 2012 hier verstorben. Sie war eine angesehene und beliebte Illustratorin und Künstlerin, die mit ihrer Familie in Wülferode gewohnt hat und unter anderem auch diesen Bezirk und Umgebung in zahlreichen Zeichnungen festgehalten hat. Sie hat auch eine Bibel für Kinder illustriert sowie ein viel beachtetes, einfühlsames Kinderbuch zum Thema „Tod und Sterben“. Daneben hat sie für die Evangelische Familienbildungsstätte Hannover Menschen im Zeichnen unterrichtet.

Nach dem Abitur und einem Aufenthalt in den USA studierte sie Grafik-Design an der Fachhochschule in Hannover. Nach dem Studium war sie zunächst in Karlsruhe und Hannover für Grafik- und Werbeagenturen tätig. 1976 wurde ihr Sohn geboren und Sabine Gerke begann freiberuflich zu arbeiten. Nach der Geburt ihrer Tochter 1988 arbeitete sie dann verstärkt auch als freie Künstlerin.

Zeichnung von Sabine GerkeKunstkenner*innen fielen ihre Werke auf, weil Sabine Gerke einen "unverkennbaren, ganz eigenen 'Strich' hatte, den schon Professor Riebesehl erkannt und gefördert hatte. Dieser typische 'Strich' ist zart, geradezu liebevoll im Umgang mit dem Sujet, und doch immer eindringlich und schon von Weitem erkennbar als charakteristische „Handschrift“, heißt es bei galerie-bodek.de.

Sabine Gerke soll "ständig und in jeder Umgebung" gezeichnet haben - am Zeichentisch, im Garten, beim Waldspaziergang, auf dem Feld, im Café, am Meer. "Jeder, der ihre Zeichnungen kennt, kann nachempfinden, wie sie es versteht, mit ihrem Zeichenstift Alltägliches, scheinbar banale Fundstücke, zum Besonderen zu wandeln." ( galerie-bodek.de)

Neben Zeichnungen zu maritimen Themen und Naturstudien, Städte- und Landschaftsbildern entstanden viele liebevoll-leichte Zeichnungen zum Thema „Engel“, die sich seit Jahren großer Beliebtheit erfreuen. Werke von Sabine Gerke waren bisher in Ausstellungen in Hannover, Oldenburg, Aalen, Loccum, Leer, Ludwigsburg, Karlsruhe, Hamburg und München zu sehen.

Mehr zu Sabine Gerke und einige Abbildungen ihrer Werke auf den Seiten des Religionspädagogischen Institutes Loccum.

Zeichnung von Sabine Gerke
"War wohl ziemlich anstrengend" (2009). Ein Engel von Sabine Gerke. (zur Verfügung gestellt von Johanna Gerke)

Zeichnung von Sabine Gerke
Illustration von Sabine Gerke, Rückseite des Buch-Covers "Tod und Sterben - Kindern erklärt"